Donnerstag, 24. Mai 2012

BMG und GEMA machen's möglich!

So, "die Herren" von BMG und GEMA haben sich geeinigt. Im einem Medium ohne regionale Grenzen wurde mal eben eine "grenzüberschreitende Regelung" vereinbart (vergleiche dazu: heise online | Online-Musik: GEMA kann BMG-Katalog europaweit lizenzieren).

Zusammengefasst lässt sich die Pressemitteilung wie folgt interpretieren:
  • Wir haben einen virtuellen, imaginären Zaun durchs Internet gezogen
  • Wir haben hart daran gearbeitet, diesen Zaun zu überschreiten

Toll! *Beifall klatsch*!!! Wer Ironie oder Sarkasmus findet, darf ab sofort beides behalten :-)

Für den Anwender hingegen bedeutet die europaweite Lizenzierung eigentlich nichts Neues. Er könnte in Deutschland jetzt zwar (theoretisch, entsprechendes Bezahlmodell vorausgesetzt) auch französische Webradios und Streaming-Dienste hören; in der Praxis gibt es jedoch keine Notwendigkeit. Was bis jetzt im Weg stand (nämlich die ausgebliebene GEMA-Lizenzierung des musikalisches Mainstream-Grundrauschens) kann man sich auch im heimischen Territorium zusammenklicken. In den attraktiven Inhalten - wie zum Beispiel regionalen und redaktionellen Beiträgen - haben hingegen weder BMG, noch GEMA irgendwelche Aktien.


Achja - eine klitzekleine Neuigkeit gibt es doch: Die GEMA-Sperre für YouTube-Videos funktioniert jetzt vermutlich nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Sehr innovativ! Freuen wir uns also weiterhin über unsere traurig dreinschauene Bildröhre Marke "Rotbäckchen":

Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar

Liebe Manager von BMG & GEMA, ich danke euch! Ich danke euch dafür, dass Ihr zunehmend dazu beitragt, die Vebraucher für Themen wie offene, freie und unabhängige Strukturen zu sensibilisieren. Den Konsumenten (=Kunden!) wird langsam und zunehmend klar, dass "die Sache mit den Bedenken im Internet" kein Horror-Szenario weltfremder "Computer-Spinner" ist. Und das ist auch gut so!


Weil ich so dankbar bin, habe ich auch noch eine kleine Lobesrede vorbereitet:

Erst wenn die letzte Bonuszahlung ausbleibt,
das letzte Firmenwagenleasing ausgelaufen ist,
das Diensthandy eingezogen wurde,
werdet Ihr merken, dass Euer Gehalt von Konsumenten gezahlt wurde.
Übrigens: Die Zuordnung von IP-Adressen zu politischen Regionen lässt sich mit VPN-Diensten (z.B. hidemyass.com) umgehen. Wie das geht, habe ich hier beschrieben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen