Montag, 20. Juli 2009

Noch dämlicher hätte sich Amazon eigentlich nicht anstellen können...


...als ausgerechnet die Ausgabe von Orwell's Klassiker "1984" per Funk aus den elektronischen Lesegeräten ihrer Kunden zu löschen (vergleiche hierzu den Artikel Amazon löscht gekaufte Kindle-eBooks).

Wir erinnern uns: In diesem Roman geht es um einen imaginären großen Bruder, der so ganz nebenbei weiß, was gut und was schlecht für uns ist. Informationen, die uns belasten, werden am Besten gleich gelöscht - was letztenlich zu dem totalitären Überwachungsstaat führt, von dem jeder Diktator nur träumen kann.

In diesem Sinne erlaube ich mir mal, aus eben diesem Buch zu zitieren:

Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft.

Für mich persönlich stellt sich hier allerdings nicht nur eine ideologische, sondern auch eine rein materielle Frage: Wenn ich ein Buch kaufe, kann ich dieses immer wieder lesen.

Wenn ich ein Buch in elektronischer Form kaufe, muss ich jederzeit damit rechnen, dass der Verkäufer das Ding irgendwann wieder bei mir löscht. Alleine das Vorhandensein einer derartigen Löschfunktion macht elektronische Bücher irgendwie uninteressant *find*.

Abgesehen davon halte ich das Kindle für unverhältnismäßig teuer. Wenn ich auf einen großen Kostenverursacher (Papier- und Druckkosten, Transport zum Buchgeschäft, Gewinnmarge des Buchhändlers usw.) verzichte, dann möchte ich auch gerne einen geldwerten Vorteil beim Kauf.

Oder, um es anders herum zu formulieren: Da lobe ich mir doch die "gute, alte" Buchhandlung, wo man Bücher vollständig, anonym und dauerhaft kaufen kann :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen