Donnerstag, 8. November 2007

Ich will Kekse (oder?)

Ein berühmtes Zitat aus einer Kindersendung lautet: “Ich will Kekse”. Wusstet Ihr schon, dass es im Internet ebenfalls “Kekse” (auch als Cookies bezeichnet) gibt?

Cookies sind Textdateien, die eine Internetseite auf eurem Computer abspeichern kann. Ein schönes Beispiel ist die Login-Funktion von einem Forum: Wenn Ihr die automatische Anmeldung aktiviert, speichert die Forensoftware Anmeldeinformationen in einem Cookie auf eurem Computer. Wenn Ihr das Forum erneut aufruft, sucht die Forensoftware nach eben diesem Cookie: Wenn es vorhanden (und der Inhalt “genehm”) ist, seid Ihr drin. —> praktisch.

Allerdings gibt es auch einige Bedenken: Vermarkter von Werbeinhalten (zum Beispiel Banner auf Internetseiten oder ähnliches) haben so die Möglichkeit, euch in einem Cookie eine “Kundennummer” zuzuweisen. Diese verweist auf einen Datensatz in der Datenbank des Werbeanbieters.Die Banner werden auf zehntausenden von Internetseiten geschaltet oder in praktische Dienste für Homepage-Betreiber versteckt. Schönes Beispiel sind hier Statistikdienste für die eigene Homepage, kostenlose Gästebücher oder Besucherzähler, “Wie ist das Wetter in…”-Anzeigen, Laufschriften mit aktuellen Nachrichten usw.

Der Betreiber des Werbenetzwerkes hat so die Möglichkeit, euch auf jeder dieser Seiten eindeutig zu erkennen. Neben dem eigentlichen Cookie werden von eurem Browser übrigens auch weitere Informationen übermittelt (geöffnete Seite, verwendeter Browser, installierte Softwareversion, Betriebssystem, Bildschirmauflösung usw.). Diese werden dann in der Datenbank erfasst, so dass sich hier ein stetig wachsendes Benutzerprofil ergibt.

Für diese entwickeln gerade Marketingunternehmen ein reges Interesse: Häufig “schnappen” diese Dienste nämlich auch irgendwann Kontaktdaten auf:

  • Gästebücher und “dieses Bild per E-Mail schicken” Dienste eignen sich dazu, euer Profil um die E-Mail-Adresse zu ergänzen
  • “Kostenloser Klingelton” oder “Kostenlos SMS versenden” —> Schon steht eure Handynummer in der Datenbank
Und mit diesen Daten können einen die Käufer der Daten dann so richtig schön nerven. Vom E-Mail-SPAM über nervige SMS, Postwerbesendungen und unerwünschtes Telefonanrufen: Alles scheint erlaubt zu sein. Zumindest für die Firmen, die Ihren Hauptsitz in einem Briefkasten auf einer verträumten, südpazifischen Insel haben...

Weitere mögliche Szenarien sind (zum Beispiel):

  • Eine Krankenkasse schaltet Werbebanner in einem Shop für Sportartikel. Wusstet Ihr schon, dass Ihr verpflichtet seid, euch bei bestimmten Extremsportarten zusätzlich als “Risikogruppe” zu versichern? Nein? - Na, dann seid mal froh, dass Ihr bis jetzt noch nicht bei einem eventuellen, ungewollten Versicherungsbetrug erwischt wurdet...
  • Euer Chef schaltet bei einer Online-Stellenbörse unter falscher Anschrift gefakte Stellenanzeigen. Bis dato wusste übrigens niemand, dass Ihr einen Wechsel des Arbeitsplatzes ins Auge gefasst habt.
  • Ein Hacker knackt einen Webserver von einem seriösen Nachrichtenportal und leitet die Besucher auf eine illegale Seite um, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird: Viel Spaß am Flughafen, der nächste Urlaub kommt bestimmt!
  • Ihr zeigt eurem Chef was im Internet. Auf einmal “springt” im Hintergrund irgendein Sado-Maso-Shop auf, der euch zur gestern bestellten Ledermaske mit eingebautem Knebel auch noch die passende Fesselschnur anbietet...
  • Um jetzt noch mal auf das eingangs zitierte Krümelmonster zurückzukommen: Wollt Ihr diese Kekse wirklich?

Nutzer des Firefox-Browsers haben es hier übrigens recht leicht: Unter http://www.erweiterungen.de/detail/CookieCuller/ findet Ihr ein AddOn für Firefox, mit dem Ihr Cookies komfortabel über das Extras-Menü löschen könnt. Bestimmte Cookies (zum Beispiel die von dieser Webseite^^) lassen sich dauerhaft mit einem “Löschschutz” versehen.

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